Terminmarkt

Terminstruktur (Futures-Kurve, Term Structure)

Die Terminstruktur zeigt die Preise verschiedener Verfallsmonate eines Futures zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie macht sichtbar, ob spätere Kontrakte höher oder tiefer notieren als kurzfristige und wie sich die Preise entlang der Laufzeiten verändern.

Berechnung und Mechanik

Für denselben Basiswert werden gleichzeitig mehrere Futures-Kontrakte mit unterschiedlichen Verfallsterminen gehandelt. Werden ihre Preise nach Restlaufzeit angeordnet, entsteht die Terminstruktur.

Bei lagerfähigen Rohstoffen beeinflussen unter anderem Lager-, Finanzierungs- und Versicherungskosten die Preisunterschiede zwischen nahen und fernen Kontrakten. Bei Finanzfutures spielen beispielsweise Zinsen, Dividenden oder Zinsdifferenzen eine Rolle. Zusätzlich können Angebot und Nachfrage, saisonale Faktoren und Erwartungen die Form der Kurve beeinflussen.

Notieren spätere Kontrakte höher als kurzfristige, spricht man von Contango. Liegen spätere Kontrakte tiefer, spricht man von Backwardation. Eine Terminstruktur muss dabei nicht über alle Laufzeiten gleich verlaufen. Einzelne Abschnitte können unterschiedlich geneigt sein.

Der Abstand zwischen zwei benachbarten Kontrakten wird häufig in Prozent angegeben. Da sich die Abstände zwischen den Verfallsterminen je nach Markt unterscheiden, kann zusätzlich eine annualisierte Betrachtung sinnvoll sein. Sie erleichtert den Vergleich zwischen Märkten, ersetzt aber nicht die Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Eigenschaften und Saisonmuster.

Abstand % = (Preis nächster Kontrakt / Preis vorderer Kontrakt - 1) x 100

Abgrenzung

Die VIX-Futures-Kurve ist die Terminstruktur der VIX-Futures. Die IV-Termstruktur zeigt dagegen die implizite Volatilität von Optionen über verschiedene Verfallstermine und keine Futurespreise.

Ein Continuous Future verbindet verschiedene Futures-Kontrakte nacheinander zu einer fortlaufenden Kursreihe. Die Terminstruktur zeigt dagegen mehrere Verfallstermine gleichzeitig.

Verwandte Begriffe

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