Berechnung und Mechanik
Gezählt werden alle Trades mit positivem Ergebnis und durch die Gesamtzahl der geschlossenen Trades geteilt. Trades mit exakt null Ergebnis zählen in der Gesamtzahl mit, gelten aber weder als Gewinner noch als Verlierer. Ob Gebühren und Kommissionen bereits berücksichtigt sind, kann bei knappen Trades darüber entscheiden, ob sie als Gewinn oder Verlust zählen.
Entscheidend ist auch, was als ein einzelner Trade gilt. Wird eine Position in mehreren Schritten geschlossen oder eine Option mehrfach gerollt, kann dieselbe Position je nach Auswertungslogik als ein oder mehrere Trades erscheinen. Dadurch kann sich die Trefferquote verändern.
Bei kleinen Stichproben schwankt die Quote stark. Bei 20 Trades verändert ein einzelner Trade die Trefferquote um fünf Prozentpunkte, bei 100 Trades nur noch um einen.
Trefferquote = Anzahl Gewinner / Anzahl Trades x 100
Abgrenzung
Die Trefferquote beschreibt nur die Häufigkeit von Gewinnern. Der Profit Factor und der Erwartungswert berücksichtigen zusätzlich die Grösse der Gewinne und Verluste. Eine Trefferquote von 90% kann deshalb trotzdem mit einem negativen Erwartungswert einhergehen, wenn wenige grosse Verluste die vielen kleinen Gewinne übersteigen.
Nicht zu verwechseln ist die Trefferquote mit der geschätzten Wahrscheinlichkeit, dass eine Option wertlos verfällt. Diese wird vor dem Einstieg aus Optionspreisen abgeleitet, während die Trefferquote im Nachhinein die tatsächlich erzielten Ergebnisse misst.
Verwandte Begriffe
- Profit Factor (Gewinnfaktor, PF)
- Erwartungswert (Expectancy, durchschnittliches Ergebnis pro Trade)
- R-Multiple (R-Vielfaches, Ergebnis in R)
- Max Drawdown (Maximaler Rückgang, MDD, Zeit im Drawdown)
Alle Markt- und Analysedaten dienen ausschliesslich Bildungs- und Analysezwecken und stellen keine Anlageberatung oder Handelsempfehlung dar.