Terminmarkt

Open-Interest-Lage (Open Interest im Dreijahresvergleich)

Die Open-Interest-Lage zeigt, wo das aktuelle Open Interest eines Futures-Marktes innerhalb seiner historischen Spanne liegt. Ein Wert von 0 entspricht dem niedrigsten, ein Wert von 100 dem höchsten Stand im gewählten Zeitraum.

Berechnung und Mechanik

Das Open Interest schwankt im Laufe der Zeit, unter anderem durch Verfall, das Rollen von Positionen und Veränderungen der Marktaktivität. Der absolute Wert allein ist deshalb oft schwer einzuordnen.

Steigendes Open Interest bedeutet, dass netto neue Positionen entstehen. Fallendes Open Interest zeigt dagegen, dass offene Positionen abgebaut werden. Über die zukünftige Kursrichtung sagt das allein nichts aus, da jedem offenen Long-Kontrakt eine Short-Position gegenübersteht.

Die Open-Interest-Lage setzt den aktuellen Wert ins Verhältnis zum niedrigsten und höchsten Stand des gewählten Rückblickfensters. Die Berechnung entspricht derselben Min-Max-Logik wie beim CoT-Index. Ein Wert von 90 bedeutet beispielsweise, dass das aktuelle Open Interest nahe dem höchsten Stand des betrachteten Zeitraums liegt.

Streng genommen handelt es sich dabei nicht um ein Perzentil. Ein echtes Perzentil zeigt, welchen Anteil der Beobachtungen der aktuelle Wert übertrifft, wie beim IV-Perzentil. Die Min-Max-Methode reagiert deshalb stärker auf einzelne Extremwerte.

OI-Lage = (aktuelles OI - Minimum) / (Maximum - Minimum) x 100

Abgrenzung

Der CoT-Index ordnet die Nettoposition einer Händlergruppe historisch ein. Die Open-Interest-Lage bezieht sich dagegen auf die Gesamtzahl offener Kontrakte eines Marktes.

Das Open Interest je Verfallsmonat, wie es die Terminstruktur zeigt, beschreibt die Verteilung der offenen Positionen über die einzelnen Kontrakte. Die Open-Interest-Lage betrachtet dagegen den Gesamtbestand über die Zeit.

Verwandte Begriffe

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