Berechnung und Mechanik
Bei einer Position mit gemeinsamem Verfall wird der Gewinn oder Verlust aller Legs für mögliche Kurse des Basiswerts am Verfall berechnet. Der tiefste Wert dieses Profils ist der Max Loss.
Bei einem Short Put liegt der maximale Verlust bei einem Kurs des Basiswerts von null: Strike minus vereinnahmte Prämie, multipliziert mit dem Kontraktmultiplikator. Bei einem Bull Put Spread entspricht der maximale Verlust der Strike-Differenz abzüglich des Nettokredits. Bei einem ungedeckten Short Call gibt es keine feste Obergrenze für den Verlust, weil der Kurs des Basiswerts theoretisch unbegrenzt steigen kann.
Bei Strategien mit mehreren Verfallsterminen lässt sich der maximale Verlust nicht immer aus einem einzigen statischen Verfallsprofil ableiten und die Berechnung wird entsprechend komplexer.
Abgrenzung
Der Max Loss beschreibt ein theoretisches Auszahlungsprofil, nicht den laufenden Tagesgewinn oder -verlust. Vor dem Verfall beeinflussen Zeitwert und implizite Volatilität den Marktwert der Position. Tatsächliche Ergebnisse können zusätzlich durch Ausführungspreise, Gebühren, vorzeitige Zuteilungen und andere Markteffekte vom theoretischen Profil abweichen.
Die verkaufte Prämie ist davon getrennt zu betrachten: Bei einfachen Credit-Strategien ist sie der maximale Gewinn, bei komplexeren Strukturen nicht zwingend.
Verwandte Begriffe
- Verkaufte Prämie (Sold Premium, Short-Prämie)
- Hedge-Budget (Hedge-Kostenquote, Absicherungsbudget)
- Optionsstrategie (Option Strategy, Spread, Iron Condor, Covered Call)
- Kontraktmultiplikator (Contract Multiplier, Multiplier)
- Verfall (Expiration, Expiry)
Alle Markt- und Analysedaten dienen ausschliesslich Bildungs- und Analysezwecken und stellen keine Anlageberatung oder Handelsempfehlung dar.