Volatilität

IV/HV-Verhältnis (IV/HV, IV-HV-Ratio)

Das IV/HV-Verhältnis teilt die implizite Volatilität eines Basiswerts durch seine historische Volatilität. Ein Wert über 1 bedeutet, dass die Optionen mehr Schwankung einpreisen, als der Kurs zuletzt gezeigt hat.

Berechnung und Mechanik

Zähler ist die Implizite Volatilität mit 30 Tagen Restlaufzeit, Nenner die Historische Volatilität über ein vergleichbares Fenster, in Foliograph wahlweise 20, 30 oder 60 Handelstage. Beide Werte sind annualisiert und in Prozent angegeben. Ihr Verhältnis ist daher eine reine Verhältniszahl ohne Einheit. Bei IV 24% und HV 16% ergibt sich 1.5.

Das Verhältnis ist mit der Volatilitätsrisikoprämie verwandt, aber nicht identisch: In der Literatur bezeichnet diese typischerweise die Differenz zwischen der impliziten und der anschliessend tatsächlich realisierten Volatilität. Das IV/HV-Verhältnis vergleicht die aktuelle implizite Volatilität dagegen mit der bereits in der Vergangenheit realisierten Volatilität. Historisch liegt die implizite Volatilität bei breiten Aktienindizes häufig über der später tatsächlich realisierten Volatilität. Das Verhältnis zeigt, wie gross dieser Aufschlag bei einem einzelnen Basiswert aktuell ist.

IV/HV = IV 30 Tage / HV Fenster

Abgrenzung

Der IV Rank vergleicht die IV mit ihrer eigenen Vergangenheit, das IV/HV-Verhältnis vergleicht sie mit der Kursbewegung der Gegenwart. Ein ETF kann einen tiefen IV Rank und gleichzeitig ein hohes IV/HV-Verhältnis haben, wenn seine Kurse in den letzten Wochen kaum geschwankt haben.

Weil der Nenner vom gewählten HV-Fenster abhängt, ist das Verhältnis nur innerhalb derselben Fensterlänge vergleichbar.

Verwandte Begriffe

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