Volatilität

Historische Volatilität (Realisierte Volatilität, Historical Volatility, HV)

Die historische Volatilität ist die tatsächlich gemessene Schwankungsbreite eines Kurses über ein vergangenes Zeitfenster. Sie wird aus den Tagesrenditen berechnet und als annualisierte Standardabweichung in Prozent angegeben.

Berechnung und Mechanik

Grundlage sind die täglichen Log-Renditen, also der natürliche Logarithmus des Verhältnisses zweier aufeinanderfolgender Schlusskurse. Über ein Fenster von zum Beispiel 30 Handelstagen wird die Standardabweichung dieser Renditen gebildet und mit der Wurzel aus 252 Handelstagen auf ein Jahr hochgerechnet. Das Ergebnis ist mit der impliziten Volatilität direkt vergleichbar, weil beide in Prozent pro Jahr ausgedrückt werden.

Die Fensterlänge bestimmt, was die Zahl zeigt. 20 Tage reagieren schnell auf eine einzelne Bewegung, 60 Tage glätten sie. Eine HV von 15% bedeutet, dass die Standardabweichung der Tagesrenditen im Fenster, auf ein Jahr hochgerechnet, 15% beträgt. Bei 252 Handelstagen entspricht das einer täglichen Schwankung von 15% / Wurzel(252), also rund 0.9%.

HV = Standardabweichung(ln(Kurs t / Kurs t-1)) x Wurzel(252)

Abgrenzung

Die Implizite Volatilität ist die Erwartung, die im Optionsmarkt eingepreist ist, die historische Volatilität die Beobachtung aus den Kursen. Beide können deutlich auseinanderliegen, etwa vor einem bekannten Termin, wenn die Kurse ruhig sind und die Optionen bereits die Bewegung danach einpreisen.

Das IV/HV-Verhältnis setzt beide Werte ins Verhältnis. Der IV Rank dagegen vergleicht die implizite Volatilität nur mit sich selbst und braucht die historische gar nicht.

Verwandte Begriffe

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