Berechnung und Mechanik
Die CAGR wird aus Anfangswert, Endwert und der Dauer des Zeitraums berechnet. Der Endwert wird durch den Anfangswert geteilt und daraus die n-te Wurzel gezogen, wobei n die Zahl der Jahre ist. Wächst ein Kapital in drei Jahren von 100'000 auf 133'100, beträgt die CAGR 10% pro Jahr. Eine gleichmässige Rendite von 10% hätte zum selben Endwert geführt, denn 100'000 x 1.1 x 1.1 x 1.1 = 133'100.
Die CAGR sagt nichts darüber, wie gleichmässig der Ertrag entstanden ist. Steigt ein Kapital in einem Jahr um 30% und fällt im nächsten um 10%, beträgt die CAGR über beide Jahre etwa 8.2%. Dieselbe CAGR ergibt eine gleichmässige Entwicklung von 8.2% pro Jahr.
Die klassische CAGR berücksichtigt keine zwischenzeitlichen Ein- und Auszahlungen. Eine Einzahlung erhöht den Endwert, obwohl dadurch kein Anlageertrag entstanden ist. Bei Konten mit Kapitalbewegungen braucht es deshalb eine Methode, die diese Zahlungen gesondert berücksichtigt.
CAGR = (Endwert / Anfangswert)^(1 / Jahre) - 1
Abgrenzung
Die einfache Durchschnittsrendite addiert die Jahresrenditen und teilt durch die Zahl der Jahre. Im Beispiel mit +30% und -10% ergibt das 10%, während die CAGR etwa 8.2% beträgt. Der Unterschied entsteht durch die geometrische Verknüpfung der Renditen, also den Zinseszinseffekt. Bei schwankenden Jahresrenditen liegt die geometrische Durchschnittsrendite unter dem arithmetischen Durchschnitt, nur bei identischen Jahresrenditen sind beide gleich.
Über den Verlauf innerhalb des Zeitraums geben der Max Drawdown und die Sharpe Ratio zusätzliche Informationen. Die Calmar Ratio setzt die CAGR ins Verhältnis zum Max Drawdown.
Verwandte Begriffe
- Calmar Ratio (Calmar-Quotient)
- Max Drawdown (Maximaler Rückgang, MDD, Zeit im Drawdown)
- Realisierter Gewinn und Gesamtrendite (Realized Profit, Total Return)
- Sharpe Ratio (Sharpe-Quotient)
Alle Markt- und Analysedaten dienen ausschliesslich Bildungs- und Analysezwecken und stellen keine Anlageberatung oder Handelsempfehlung dar.