Optionen

Zuteilung (Assignment)

Die Zuteilung trifft den Verkäufer einer Option, nachdem ein Inhaber ausgeübt hat: Beim Put muss er den Basiswert zum Strike kaufen, beim Call liefern. Ob netto eine Long- oder Short-Position entsteht, hängt vom Bestand ab.

Berechnung und Mechanik

Nach einer Ausübung weist die Clearingstelle OCC die Verpflichtung einem Clearing-Mitglied zu. Der Broker verteilt die erhaltenen Zuteilungen anschliessend nach seinem festgelegten Verfahren auf Kunden mit entsprechenden Short-Positionen. Interactive Brokers verwendet dafür ein zufallsbasiertes Verfahren.

Bei einer standardisierten US-Aktien- oder ETF-Option umfasst ein Kontrakt normalerweise 100 Anteile. Bei angepassten Kontrakten, etwa nach Kapitalmassnahmen, kann die Liefermenge abweichen. Der Bargeldeffekt einer physischen Zuteilung ergibt sich aus Strike, Liefermenge und Anzahl Kontrakte.

Amerikanische Optionen können vor dem Verfall ausgeübt werden, europäische nur zum Verfall. Vorzeitige Zuteilungen treten besonders bei Optionen mit wenig verbleibendem Zeitwert auf. Bei Calls spielt zusätzlich ein bevorstehender Ex-Dividenden-Tag eine wichtige Rolle.

Abgrenzung

Ausübung ist die Entscheidung des Inhabers, Zuteilung die daraus entstehende Verpflichtung für den Verkäufer. Beides ist vom Verfall zu unterscheiden. Wer eine Zuteilung vermeiden möchte, muss die Short-Option vor der Ausübung schliessen oder rollen.

Ein Roll auf einen anderen Strike oder einen späteren Verfall wird häufig genutzt, um die bestehende Position weiterzuführen und das unmittelbare Zuteilungsrisiko zu reduzieren oder zeitlich zu verschieben.

Quellen

Verwandte Begriffe

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