Makro

Zinskurve (Renditekurve, Yield Curve, Zinsstrukturkurve)

Die Zinskurve zeigt die Renditen von Staatsanleihen eines Landes über verschiedene Laufzeiten, von einem Monat bis 30 Jahre. Steigen die Renditen mit der Laufzeit, gilt sie als normal. Liegen kurze Laufzeiten über langen, ist sie invertiert.

Berechnung und Mechanik

Für die USA veröffentlicht die Federal Reserve täglich die Renditen von Treasuries mit konstanter Restlaufzeit (Constant Maturity), interpoliert aus den Kursen der gehandelten Anleihen. Trägt man sie über die Laufzeit ab, entsteht die Kurve. Kurze Laufzeiten folgen eng dem Leitzins, lange enthalten zusätzlich die Erwartungen an künftige Zinsen und Inflation sowie eine Laufzeitprämie.

Die Neigung wird meist als Differenz zweier Laufzeiten in Prozentpunkten angegeben. Gebräuchlich sind 10 Jahre minus 2 Jahre und 10 Jahre minus 3 Monate. Ein negativer Wert heisst Inversion.

Die Federal Reserve Bank of New York verwendet den Spread 10 Jahre minus 3 Monate in einem Modell für die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession in den folgenden zwölf Monaten. Nach ihren Angaben ging den US-Rezessionen seit Ende der 1960er-Jahre jeweils eine Inversion dieses Spreads voraus, mit stark schwankendem Abstand.

Spread 10J-2J = Rendite 10 Jahre - Rendite 2 Jahre (in Prozentpunkten)

Abgrenzung

Die IV-Termstruktur zeigt die implizite Volatilität der Optionen eines Basiswerts über Verfallstermine, die Zinskurve Renditen verschiedener Anleihen über Laufzeiten. Beide werden über ihre Neigung beschrieben, die Mechanik dahinter ist eine andere.

Die VIX-Futures-Kurve steht in der Marktübersicht neben der Zinskurve. Die eine zeigt die eingepreiste Schwankung über Verfallstermine, die andere Zinsniveaus über Laufzeiten.

Quellen

Verwandte Begriffe

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